Es ist kein Geheimnis, dass dieser Blog keiner Vision folgt. Niemand, wirklich niemand hier, wollte diesen Blog haben. Auch jetzt nicht. Er ist das Ergebnis einer Tschistka, bei der wir verstanden haben, dass es vielleicht unsere Demokratie, aber nicht unser Blog ist. Die Stammkneipe wurde gentrifiziert und die manchmal komisch riechende Truppe an der Theke musste der neuen Tanzfläche weichen, so zu sagen. Der gutgemeinte Rat, uns selbst zu organisieren, war ein guter Rat. Sonst hätte sich unsere über ein Jahrzehnt gewachsene Truppe aufgelöst. Es war ein bewegendes Ereignis, nach einem Jahrzehnt des schriftlichen Verkehrs plötzlich die dazugehörige Stimme am Telefon zu hören. Allein dafür hat sich der Zores gelohnt. So sind wir jetzt da, wo wir sind… und nun stellt sich die Frage, was wir jetzt machen. Da es keine Vision gibt, gibt es auch keinen Druck irgendetwas zu beweisen, einen Plan zu erfüllen oder eine Sache voranzutreiben. Wir besohlen die Schuhe beim Laufen. Wer einen Link interessant findet und über ihn reden will, kann es machen. Auch einen Text zur Debatte stellen. Denn um die Debatte geht es. Ja, wir alle vermissen früher. Sehr. Aber ohne Anstoß wären wir uns vielleicht niemals so nahegekommen und dafür sollten wir dankbar sein. Feste werden gefeiert, wenn sie fallen, und trotzdem ist es Mist. Schiff ahoi. Zusammengefasst: Macht und bloggt, was und wo ihr wollt.
Eine Antwort zu „Quo imus?“
-
Bei dem Historiker Marc Bloch fand ich mal den Begriff des „Hilfsbeamten der Gelehrsamkeit“.
KI ist ein eben solcher. Meine beiden Seminararbeiten zum Geschichtsstudium habe ich von KI „checken“ lassen. KI hatte einfach die Aufgabe meiner Frau übernommen: Den Text auf Rechtsschreibung, Grammatik und vor allem Verständlichkeit zu prüfen
Dann habe ich die Arbeiten, leider erst nach Abgabe, auf Plagiatsverdachte prüfen lassen (Eh, wie billig: Ob ich von jemandem abschrieb, das zu prüfen kann eine KI.)
Zu der einen Seminararbeit sagte mir KI, die These sei originell, bisher noch nicht aufgestellt und gut begründet.
Zu der anderen Seminararbeit sagte mir KI, die Thesen seien gut begründet, durch Quellen belegt. Es gebe weder ein Struktur- noch ein Inhaltsplagiat. Allerdings gebe einen Zitierfehler. Unter 5. ist das Ergebnis identisch mit einem 1965 veröffentlichten Aufsatz, den ich kenne, weil ich ihn als Quelle zitiert habe. Hier sollte unbedingt als Fußnote hin: „So auch XYZ, 1965, Seite ABC.“
Zur Literatur hatte ich ein ganzes Buch zu Heraklit mit 9 Beiträgen gelesen: Alles nicht originell. Alles Hilfsbeamte der Gelehrsamkeit. Alles Professoren, die damit Professor geworden sind.
Und leider auch in der Literatur: Großes Literatur, das große Epos, gelingt nur selten. Das meiste, was auf dem Buchmarkt ist, kann auch KI.
Will sagen:
Was KI nicht kann, ist die Innovation, ist den „PROMT“ zu setzen.Ansonsten:
Doch, KI ist ziemlich brauchbar. Ich befürchte sogar: Der clevere Dozent lässt meine Seminararbeiten durch eine KI laufen und die Benotung, die „macht“ dann eine KI.
Bodo Walther
Hinterlasse einen Kommentar