KI und Optimismus

Im Autorenblog „Starke Meinungen“ hat Max Doehlemann einen Artikel mit dem Titel „Vom Tanz auf dem Vulkan: Warum uns die Negativität lähmt“ veröffentlicht. Hier findet Ihr den Link, Ihr kennt die Kommentarfunktion der „Starken Meinungen“, nutzt sie und viel Glück dabei.

Vom Tanz auf dem Vulkan: Warum uns die Negativität lähmt – starke-meinungen.de

Zu dem Thema KI hat Herr Doehlemann am 28.Juni schon einen Artikel geschrieben, nämlich den hier:

Spiegel der Emergenz: Warum KI einen neuen Humanismus bringen könnte – starke-meinungen.de

Und Herr Posener hat eine Geschichte via KI produziert, könnt Ihr hier lesen:

Das dritte Auge. Eine KI-Kurzgeschichte – starke-meinungen.de

Vielleicht erinnert sich noch jemand an Paul Verhoevens Film „RoboCop“ aus dem Jahr 1987. Wikipedia erinnert sich bestimmt:

RoboCop – Wikipedia

8 Antworten zu „KI und Optimismus“

  1. Avatar von Test Bild

    Obwohl ich Herr Doehlemanns Ausführungen zustimmen kann, fehlt mir die Antwort auf eine Frage, um mit weniger Angst in die Zukunft blicken zu können. Anscheinend wurde die iranische Mädchenschule von einer Präzisionsbombe getroffen, die präzis falsche Informationen von einer KI der Palantir Technologies bekommen hat (Google). Nicht erst damit, aber immer schneller, fällt die KI qualitative Entscheidungen in der Militärtechnik. Sie ist nicht mehr Support (Zielerfassung, Stabilisierung… mehr technisches Blabla könnte hier stehen, wenn ich mehr Ahnung hätte), sie sucht Ziele selbst aus. RoboCop handelte davon, dass sie zu blöd dafür war und der menschliche Faktor überlegen und unverzichtbar sei.  Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen würdigen Nachfolger: RoboCop II – Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Denn der Treffer der Mädchenschule ist nur das, was schiefgegangen ist. Im Gegensatz zum Film findet im realen Leben ja keine Umkehr statt. Der Krieg ist der Vater aller Dinge, von China bis Palantir. Die militärische KI wird vorangetrieben. Und wenn der sie hat…Ihr kennt das Spiel.

    Gleichzeitig betreiben wir, wie Herr Doehlemann es richtig beschrieben hat, mit dem zivilen Internet eine Hassmaschine, die durch Geldgier angetrieben wird. Davon betroffen sind alle politischen und ethnischen Geschmacksrichtungen. Am Versuchsaufbau werden wir nichts ändern wollen, denn Geldgier beschränken wäre voll Kuba. Auf jeden Fall Gulag. Nein, das muss schon der einzelne Konsument leisten. Die Zahlen zum Pornokonsum machen mir wenig Hoffnung. Zumal der eigene politische Furtz immer gut riecht. Niederträchtig sind grundsätzlich und immer nur die anderen. Die Mädchen in der Schule (sucht euch von mir aus ein anderes Beispiel, Kinder in einem Kiewer Hochhaus zum Beispiel, Russland nutzt auch KI) mussten sterben, um sie befreien zu können. Die Hassmaschine bleibt also an.

    Ob die KI irgendwann einen Gustav Mahler ersetzen kann, treibt mich nicht so sehr um. Sie hat den Polizisten Murphy ersetzt. Und sollte sie damit einen Gegner um Millisekunden zuvorkommen, wird sie flächendeckend eingeführt, denn so will es das Gesetz der Angst, dass durch die nicht zu ändernde Hassmaschine angetrieben wird. Ich glaub, ich habe gerade einen Teufelskreis gemalt. Die Antwort auf die Frage, wie wir diesen allzu menschlichen Teufelskreis durchbrechen, die fehlt mir in Herrn Doehlemanns Ausführungen, um doch positiv in die Zukunft zu blicken. Die Akklamation der militärischen KI zum rettenden Cäsar, die hat doch schon längst stattgefunden.

    Etwas Kitsch zum Abschluss: Schaut in eure Herzen und beantwortet ehrlich, ob eure Angst ohne den Einsatz von Thermonuklearwaffen überhaupt noch zu besänftigen sei. Die KI trainiert ihr digitales Gewissen an eurem. Und wenn die euch einschätzt wie ich, dann gute Nacht und Good Bye, wo immer Ihr seid.

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    1. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Grundsätzlich hat die KI keinen eigenen Willen und kein Bewusstsein, also auch keine Absicht irgendwas zu zerstören. D.h. ihre Zerstörungskraft muss bewusst von Menschen erzeugt, eingesetzt und gelenkt werden. Insofern unterscheidet sie sich nicht grundsätzlich von der Atombombe, die auch nicht einfach so explodiert, weil sie etwas vernichten will, sondern von jemandem mit genügend Bosheit oder Angst zum Explodieren gebracht werden muss. Aber klar: wenn die Entscheidungswege zum militärischen Einsatz von KI sehr kurz und unkontrolliert sind und die KI keine Sicherungen hat, können schlimme Dinge passieren. Denkbar ist aber, dass man in die KI-Systeme Sicherungen einprogrammiert. So wie wir Menschen ein Gewissen haben, das uns vor bestimmtenTaten zurückhält.

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  2. Avatar von Test Bild

    Soldaten werden trainiert, Menschen ein Bajonett in die Augenhöhle zu rammen. Das geht, weil Sicherheitssysteme, wie wir sie kennen, ausgehebelt werden. Entsprechend müsste die KI sowas auch können

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  3. Avatar von stef4321
    stef4321

    Herr Doehlemann fokussiert seine Kritik stark auf die Negativität als Geschäftsmodell der Tech-Konzerne. In seinem anderen Artikel spießt er die Fragmentierung der Kunst als juristischen Trick auf, ebenfalls zutreffend. Darunter gibt es aber noch eine andere Ebene.

    Was Tech-Konzerne mit Social-Media, Suchmaschinen und LLMs machen, ist alter Wein in neuen Schläuchen. Die sensationsheischende Negativität ist eine Ausprägung von Teile&Herrsche. Mit dieser archaischen Machttaktik wird sichergestellt, dass ein Gegner in rivalisierende Fraktionen zerfällt und damit zu einer geeinten wirksamen Gegenwehr außerstande ist. Der Gegner sind wir, die Benutzer bzw. die einfachen Menschen, die ihren Unterhalt im Wesentlichen durch ihrer Hände und Köpfe Arbeit erzielen. Auf der anderen Seite stehen die Inhaber großer Geld- und Vermögenswerte, deren Einkommensquelle die rentierlichen Anlagen sind und deren Wohlstand stets viel schneller wächst, als würden sie wie der Rest arbeiten. Schon immer war deren Spiel, die breite Mehrheit der Bevölkerung von jedem Gedanken an echter Demokratie oder gar Umverteilung durch Teile&Herrsche möglichst großräumig weg zu lenken. Früher gab es zu diesem Zweck eben die BILD und die eine oder andere Abendzeitung. Heute ist das Portfolio deutlich erweitert und die Methoden sind noch ausgefeilter.

    Würde man versuchen, die Negativität an sich zu bekämpfen, würde man an der eigentlichen Ursache für die Negativität glatt vorbei segeln. Denn sie ist eigentlich nur das Mittel zu dem beschriebenen höheren Zweck. Dabei ist unerheblich, mit welchem Thema die Negativität gefüttert wird, solange eine gesellschaftliche Gruppe gegen die andere aufgebracht wird.

    Mir fehlt jedenfalls der Optimismus anzunehmen, dass diese Welle an Negativität dadurch zu brechen wäre, dass man einfach mal beginnen sollte, die dahinter liegende Manipulation zu durchschauen. Das hilft durchaus, nur ist es in gesellschaftlichem Maßstab alles andere als einfach. Sonst wäre das Problem nicht so groß.

    Wenn Herr Doehlermann den hybriden Krieg Russlands referenziert, den er als glasklaren Fakt darstellt: Hier würden mich gerne mal die Nachweise interessieren, die diesen vermeintlichen Fakt im Einzelfall von bloßen der Rüstungsindustrie und der mit dieser verbandelten Politik dienenden Behauptungen unterscheiden. Ich weiß nicht, ob er das hier liest, mich würde eine Antwort freuen.

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  4. Avatar von KJN
    KJN

    Tja, KI und Optimismus – KI und Katastrophe. Feuer und Optimismus – Feuer und Katastrophe, das Rad und Optimismus – das Rad und die Katastrophe, Dynamit und Optimismus – Dynamit und Katastrophe, Atomkraft und Atombombe.. Kann man Technik kürzer und ihre Bedeutung treffender umschreiben? Und jede Technik ist das Ergebnis von Kreativität und hat gleichzeitig Kreativität überflüssig gemacht. Wo ist das Neue bei der KI, vor der ich Angst haben muss? Also mehr Angst, als vor dem Vorherigen. Worüber muss man diskutieren und verhandeln?

    Ich vermute: Die KI wird mehr als alle andere Technik in der Lage sein nur die Tätigkeiten übrig zu lassen die nur wir Menschen können, die uns als Menschen ausmachen. Falls so etwas existiert.

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  5. Avatar von Test Bild

    Abgesehen von Militär. Ich freue mich auf die KI-Anwendungen. 80% meines alten Jobs kann jetzt KI. Wir werden alle mehr Zeit für anderes haben. Nur werden wir Geld verdienen müssen und daran werden scheitern, nicht an der KI.

    Fun Fact: Am Umzug von Kapital und Knowhow nach China war kein einziges Mädchen mit blauen Haaren, kein CSD-Wagen und kein sächsischer Skinhead beteiligt. Sondern die, denen die Hassmaschine gehört. Was soll mit KI schon schiefgehen?

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  6. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
    kryptonitetoo0a8519ce23

    Bei dem Historiker Marc Bloch fand ich mal den Begriff des „Hilfsbeamten der Gelehrsamkeit“.

    KI ist ein eben solcher.

    Meine beiden Seminararbeiten zum Geschichtsstudium habe ich von KI „checken“ lassen. KI hatte einfach die Aufgabe meiner Frau übernommen: Den Text auf Rechtsschreibung, Grammatik und vor allem Verständlichkeit zu prüfen.

    Dann habe ich die Arbeiten, leider erst nach Abgabe, auf Plagiatsverdachte prüfen lassen (Eh, wie billig: Ob ich von jemandem abschrieb, das zu prüfen kann eine KI.)

    Zu der einen Seminararbeit sagte mir KI, die These sei originell, bisher noch nicht aufgestellt und gut begründet.

    Zu der anderen Seminararbeit sagte mir KI, die Thesen seien gut begründet, durch Quellen belegt. Es gebe weder ein Struktur- noch ein Inhaltsplagiat. Allerdings gebe einen Zitierfehler. Unter 5. ist das Ergebnis identisch mit einem 1965 veröffentlichten Aufsatz, den ich kenne, weil ich ihn als Quelle zitiert habe. Hier sollte unbedingt als Fußnote hin: „So auch XYZ, 1965, Seite ABC.“

    Zur Literatur hatte ich ein ganzes Buch zu Heraklit mit 9 Beiträgen gelesen: Alles nicht originell. Alles Hilfsbeamte der Gelehrsamkeit. Alles Professoren, die damit Professor geworden sind.

    Und leider auch in der Literatur: Großes Literatur, das große Epos, gelingt nur selten. Das meiste, was auf dem Buchmarkt ist, kann auch KI.

    Will sagen:
    Was KI nicht kann, ist die Innovation, ist den „PROMT“ zu setzen.

    Ansonsten:
    Doch, KI ist ziemlich brauchbar. Ich befürchte sogar: Der clevere Dozent lässt meine Seminararbeiten durch eine KI laufen und die Benotung, die „macht“ dann eine KI.

    Bodo Walther

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    1. Avatar von KJN
      KJN

      „Hilfsbeamten der Gelehrsamkeit“ gefällt mir ausgesprochen gut, lieber Bodo. Was gab es früher eine ausgeprägte Hierarchie an den Unis, wo fein austariert war, wer Erbsenzähler war und wer die Schlüsse ziehen durfte. Und ich hatte als studentischer Mitarbeiter mal einen sehr netten und etwas ironischen Chef, einen akademischen Oberrat, der meinte 1983 oder 84 bereits, daß die Benotung von Klausuren und Abnahme von Prüfungen im Grunde eine rein maschinelle Angelegenheit wäre. Und ich denke, daß die Hauptaufgabe der KI (der linguistischen Supermaschine), die von bürokratischen Instanzen werden wird. Auch übergeordneten. EU-Kommision? Gar Regierungen? Daß sie auch Geschichten schreiben und Bilder malen kann, beides mit bisweilen lustigen Fehlern, die einen wundern lassen, sollte nicht wirklich überraschen. Warum nicht, versuche ich demnächst zu begründen. Und ja, wie hier ja schon geschrieben wurde: Sie macht nie wirklich etwas neues.

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