Schwarz-Rot braucht eine grüne Stütze. Und einen anderen Kanzler

Herr Greven hat am 24. August einen Artikel auf Starke Meinungen veröffentlicht, in dem er eine Art Notstandsregierung mit schwarz-rot-grün unter neuem Kanzler empfiehlt. Der Link ist unten und: lesen, dort kommentieren und dabei viel Glück haben.


https://starke-meinungen.de/2026/08/24/schwarz-rot-braucht-eine-gruene-stuetze-und-einen-anderen-kanzler/

12 Antworten zu „Schwarz-Rot braucht eine grüne Stütze. Und einen anderen Kanzler“

  1. Avatar von Test Bild

    Herr Greven führt an, dass die Koalition die Migrationswende geschafft hätte. Lag die Migrationsproblematik am fiktiven Höhepunkt bei 100, so sind wir jetzt bei 99. Für Menschen, die gerade von politischer Hoffnung leben, mag das eine gute Nachricht sein. Für alle anderen ist … nichts passiert. Zu groß ist die Arbeit, die sich realpolitisch noch entwickeln müsste. Die Koalition bräuchte Zeit, Zeit braucht Geduld, Geduld kommt aus Hoffnung. Die Hoffnung haben AfD Wähler nicht. Wer welche hat, wählt sowieso zuverlässig. Kein Pluspunkt.

    Finanzen … ach die Finanzen. Alles wird teurer. Und wenn da eine Wende stattfindet, dann wird die auch Zeit brauchen. Hoffnung siehe oben. Na gut. Die Argumente sind bekannt. Kein Pluspunkt.    

    Und dann sind da Leute wie ich, die den Plan, Russland mit ukrainischen Kindern tot zu schmeißen, gar nicht gutheißen. Putinversteher, Russenliebchen und so. Ja, wenn es nach mir gegangen wäre, wäre es vielleicht anders gelaufen. Ist es aber nicht. Es läuft nach Zeitenwende. Und nach vier Jahren Zeitenwende kann der geballte EU-Raum mit seinen Milliarden der Ukraine keine Luftabwehr stellen. Luftabwehr ist das einzige Thema, bei dem so etwas wie ein Konsens über die Lager herzustellen gewesen wäre. Den Elfmeter nicht mal Richtung Tor geschossen. Hat uns bei 500 Milliarden neuer Schulden für Rüstung die unsichtbare Hand etwa den Mittelfinger gezeigt? Ich verstehe es nicht, weil es, kurzes Update, nicht nach mir geht. So wenig wie nach BSW oder AfD. Kein Pluspunkt.

    In schweren Zeiten gewinnt der die Wahlen, der Hoffnung vermitteln kann. Wer das mit der aktuellen Neuverschuldung nicht kann, dem helfen auch keine Grüne. Die Idee weckt Hoffnung nur bei dem, der Hoffnung hat und ich habe keine. Ich habe gerade keine Lust auf Wahlkabine, aber ich muss jetzt auch nicht wählen.   

    Und das Schlimmste: Ich habe nicht Mal einen guten Rat zum Abschluss. Dachte ich … und da … ja da … ist mir ein Artikel aufgefallen. C`mon. Wir verheizen rund um die Welt Leben, für den guten Zweck natürlich. Die Bürger werden den Gürtel enger schnallen, ob freiwillig oder nicht. Und somit die treffen, die sich als Kleinunternehmer den Arsch aufreißen. Also…eigentlich alle. Warum nicht auf die Morlocks hören und es zur Abwechslung mal mit einem Eloi versuchen?

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/evergrande-gruender-xu-jiayin-in-china-zu-lebenslanger-haft-verurteilt-accg-201142658.html

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  2. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Die AfD-Wähler scheinen immerhin eine Hoffnung zu haben: dass die AfD als strahlender Wahlsieger Verbesserungen bewirken wird. Ich freue mich schon auf das Zahnpastalächeln, bin aber sicher, dass vor allem diese Hoffnung trügt. Alle Versuche, mit Argumenten zu überzeugen, haben sich als hoffnungslos erwiesen. Jetzt wird es die Zukunft zeigen müssen, der Karre muss erst richtig an die Wand fahren. Vielleicht irre ich mich ja. Ansonsten bin ich aber eher hoffnungsfroh, zumal die meisten Dinge nicht in den Händen von Regierenden liegen, sondern systemisch sind. D.h. deren Macht und Möglichkeiten sind sowieso begrenzt. Was tröstlich ist.

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    1. Avatar von KJN
      KJN

      Lieber Roland, ich denke auch, daß ein AfD-Wahlsieg erstmal nur wenig verändern würde, vielleicht würden einige eher symbolische Entscheidungen getroffen, um ‚die Volksseele‘ zu beruhigen (was ich auch für notwendig halte). Allerdings muss sich schon viel verändern, viel muss vereinfacht werden und der gesetzgeberische und steuerliche Wildwuchs in unserer sehr in die Jahre gekommenen und aus der Zeit gefallenen Volkswirtschaft radikal beschnitten werden. Optimismus fällt da schwer, ist aber möglich. Ich habe ihn in meinem gerade veröffentlichten Text versucht.

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      1. Avatar von Roland Ziegler
        Roland Ziegler

        Ja, ich finde auch, dass eine der wichtigsten, aber auch schwierigsten politischen Aufgaben ist, die Bürokratie und den Wildwuchs abzubauen, ohe die jeweiligen Kinder mit dem Bade auszuschütten.

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  3. Avatar von Test Bild

    Lieber Roland, was die Hoffnung angeht, liegst du halb falsch und halb richtig. Ohne verlässliche Mengenangabe: Die eine Hälfte hofft, dass die AfD es besser macht, die andere Hälfte hofft auf Bewegung, sei es auch durch eine AfD, über die man sich keine Illusionen macht.

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  4. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Die Hoffnung der anderen Hälfte auf Bewegung hatte bereits Bundespräsident Herzog artikuliert: Es müsse ein RUCK durch Deutschland gehen, sagte er. Es ist aber kein Ruck gekommen. Nun glaubt man, trotz der ständigen Erfahrung der eigenen Machtlosigkeit, das musse am Personal liegen. Wenn die nur wollten, dann käme ein Ruck. Merkel, Scholz, Merz – alles Pfeifen – kein Ruck. Dann hoffen wir jetzt also auf den Ruck mit der AFD. Mal sehen in welche Richtung es da ruckt, falls es überhaupt ruckt. Ich glaube auch, dass es viel mit der Wende-Erfahrung zu tun hat, als es wirklich mal geruckt hat. Das rechnet man sich gerne selbst zu („Wir sind das Volk!“), aber womöglich irrt man sich da. (Bin unterwegs und kann das Grad nicht vertiefen, ist ja auch alles nichts Neues.) Viele Grüße!

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  5. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Ich muss an ein Gefängnis denken, dessen Insassen denken: Der Direktor und die Wärter müssen nur ausgetauscht werden, dann wird alles besser. Und dabei gibt es gar kein Gefängnis.

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    1. Avatar von Test Bild

      Ja, es gibt kein Gefängnis. Und trotzdem sind alle, eeeecht alle, unglücklicher als die Jungs, die ich vor 30 Jahren in der JVA Butzbach als Jurastudent besichtigen durfte. Es ist nichts und dann doch ganz viel.

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      1. Avatar von Roland Ziegler
        Roland Ziegler

        Wirklich – alle unglücklicher? Also ich bestimmt nicht. Und die, die ich kenne, auch nicht (vielleicht mit ein paar Ausnahmen). Die sind oft ausgeglichen, manchmal richtig glücklich, manchmal auch unglücklich. So wie es doch auch kaum anders sein kann. Es sei denn, die Jungs aus der JVA Buchbach waren richtige Glückspilze und konstante Strahlemänner, was ich mir kaum vorstellen kann.

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      2. Avatar von Test Bild

        unten ging an dich

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  6. Avatar von Test Bild

    Okay….das „alle“ nehme ich zurück. Da hat mich die Rhetorik davongetragen.

    In kommunistischen Jugoslawien wurde mehr gelacht.

    Im katholischen Rheinland wurde mehr gelacht.

    In den 90ern war Hessen bunt und wild.

    Frankfurt an der Jahrtausendwende hatte Optimismus.

    Jo …. was ist in der Zwischenzeit passiert? Da war was.

    Zuerst das Offensichtliche: Ich hatte dichtes Haar, konnte drei Tage durchmachen und trug keine Verantwortung. Mir schon klar, dass die Zeiten damals für mich per Default super waren. Vielleicht habe auch nur ich gelacht, maybe. Ich lache noch heute viel. Vor allen mit anderen. Aber es lachen immer weniger mit. Die hälfte (nicht exakt) meiner Kommilitonen, jünger als meine Töchter, sind auf Medikamenten und haben ganz viel anxiety. Und das meine ich nicht von oben herab. Ja, es sind Schwuchteln, daran erinnert sie Großvater oft und viel. Aber die haben das nicht gewählt. Die haben wirklich anxiety. Die stellen sich nicht nur an. Da ist was und es ist nicht gut. Gegenbeispiele gibt es, ja….aber genau wegen denen als Kontrastmittel, fällt es mir auf. Abgesehen von meiner Peergroup, die ihre Comingouts als neueste Dys-irgendwas feiern, sich endlich verstehen und annehmen, um dann wieder in die Depression abzusinken. Irgendwas stimmt hier nicht. Wenn ich „die Gesellschaft“ verantwortlich mache, dann bullshite ich, ich habe keine Ahnung was los ist. Aber es ist was los, da bin ich mir sicher.

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  7. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Dass wir in die Jahre Gekommenen nicht mehr diese Leichtigkeit haben wie früher, ist klar und gar nicht anders möglich. Ja, und auch ich lache am liebsten über meine eigenen Witze, die niemand anderes so lustig findet wie ich; das wird mir vor allem von meiner Familie immer wieder gern gesagt. Aber auch das finde ich lustig und ist auch nicht schlimm. Allerdings – diese Medikamente und die Anxiety machen mich erstmal ratlos. Ich glaube schon, dass das stimmt und bedenklich ist; ich kriege das nicht richtig mit. Ich müsste darüber erstmal nachdenken. Reflexhaft würde ich das Internet verantwortlich machen. Das stimmt immer.

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