Es wird derzeit viel darüber geschrieben und gesprochen, wie man es am besten anstellt „die AfD“ aus „Unserer Demokratie“ herauszuoperieren. Mir drängt sich zunehmend der Eindruck auf, dass es sich bei diesem Eingriff zunehmend um eine Amputation handeln könnte. Es soll Leute geben die das in Kauf nehmen wollen, denn der „antifaschistische Widerstand“ rechtfertigt ja mindestens genauso viel, wie „die Rettung des Planeten“. Unterhalb solcher Ganzheitslösungen geht ja seit einiger Zeit anscheinend gar nichts mehr.
Das beschreibt durchaus auch den Grund, warum ich so ungern zum Arzt gehe, denn ich habe den Eindruck, dass das zunehmend in der Flut von Laborwerten und ‚Studien‘ unsicher gewordene medizinische Personal alles ausschließen möchte, woraus auch nur der Anschein des Vorwurfs abgeleitet werden könnte, etwas übersehen zu haben. Und auf einmal steht eine Ganzheitslösung an.. Ich möchte nicht mit ihnen tauschen, den Ärzten… Das wird zum Teil eines großen Problems: Der Universalneurose.
Bevor also ein Autor „Handreichungen“ anbietet, die auf psychologische Manipulation („Deeskalation“) hinauslaufen, sollte er bitte bei real existierenden Personen erstmal nachfragen (und es nicht schon wissen wollen!), warum sie Alice Weidel oder Ulrich Siegmund wählen. Es wäre z.B. die Aufgabe für einen Soziologen, der sein Untersuchungsergebnis nicht schon zu kennen glaubt. Die soll es ja geben.
Bei sogenannten einfachen Menschen liegt die Intuition ganz weit oben und ist noch nicht durch Studien und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, die bekanntlich mehr Fragen erzeugen, als sie beantworten, veschüttet. Und wenn sogenannte einfache Menschen sehen, dass nichts mehr geht, dürfte bei einigen die Wahl einer Alternativen Partei, die wie ein Hausarzt alten Schlages ‚ut aliquid fiat‘ z.B. ein Abführmittel verschreibt, ein naheliegendes Verhalten sein.
Mit dieser Erkenntnis lässt sich schon Kontraproduktives hinsichtlich der Amputationsvermeidung ausschließen. Man soll z.B. Menschen, die man von irgendwas überzeugen möchte (achja: überzeugen, nicht manipulieren..) nicht als Faschisten bezeichnen und dann heulen, dass einen das Objekt der Bemühungen nicht mag. Und die Manipulationsversuche, wenn man dergleichen denn unbedingt meint tun zu müssen, sollten nicht zu offensichtlich sein. Wie fadenscheinig sie jedoch infolge Überheblichkeit oft sind, hat Alan Posener hier https://starke-meinungen.de/2026/09/13/eine-handreichung-gegen-die-afd/ sehr schön aufgespießt. Das eigene moralische und intellektuelle Überlegenheitsgefühl kann also täuschen.
Mit dem, was zu tun wäre, wenn man es für notwendig erachtet „die AfD zu verhindern“ und nicht gleich mit ihr die Demokratie, an der bekanntermaßen auch Menschen teilnehmen dürfen, die nicht die eigene Meinung vertreten, möchte ich diesen Zwischenruf an das überschaubare Publikum beenden und es wird kurz: Schnelle und umfassende Reformen und Kürzungen von fast allem. Mit der Motorsäge, denn die Liste ist lang und die Zeit wird knapper. Die Handreichungen werden sowieso irgendwann erfolgen, wenn auch in einem anderen Sinn. Fragt sich nur, was bis dahin passiert.
15.9.2026, Klaus J. Nick
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