Was heißt Patriotismus?

Herr Posener antwortet auf Frau Quistrop in Starke Meinungen. Wie immer lesen, dort kommentieren und viel Glück dabei.

Was heißt Patriotismus? – starke-meinungen.de

47 Antworten zu „Was heißt Patriotismus?“

  1. Avatar von Test Bild

    Hey….dass mit der Leugnung bis zur Neurose hatte ich zuerst!!!! Rakete….stolz wie Bolle.

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    1. Avatar von Test Bild

      Mein Herzallerliebst meint, der Gedanke sei naheliegend. Mir egal.

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  2. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
    kryptonitetoo0a8519ce23

    Ich schrieb es schon im Kommentar zu Eva Quistorps Artikel:

    47 % aller unter 5-Jährigen haben einen Migrationshintergrund.

    In 15 Jahren hat jeder Zweite in Deutschland keinerlei familiären Bezug zu „Deutschland, das schwierige Vaterland.“

    Wer wie Du Stevan, Familiengeschichte im vormaligen Jugoslawien hat, der ist sicher auch der Auffassung, dass es einen Staat Israel geben muss. Als Ort für Juden, wenn denn die Völker, oder wie Du es für Jugoslawien nennst, „die Stämme“ sich gegenseitig die Kehle durchschneiden.

    Wohl dem, der dann einen Ort findet, in den er gehen kann.

    Aber „der Rest“ der deutschen Aufarbeiterei ?

    Also dass Buntheit und Toleranz hergestellt werden müssten in Deutschland durch eine Liste von verbotenen Sätzen, die man slle nicht sagen darf?

    Oder dass Du mal gucken solltest, ob Deine Oma in der NSDAP war?

    Kann doch gar nicht Dein Ding sein.

    Übrigens: Meine Oma trug das Goldene Parteiabzeichen. Mitglied seit 1923. 1934 ist sie ausgetreten:

    „Wie der Führer mit unserem Ernst Röhm umgegangen ist, Bodo! Den Chef der SA so feige zu ermorden! Ne, so geht man nicht mit verdienstvollen Kampfgefährten um.“

    Es ist ihr daraufhin übrigens

    GAR NICHTS

    „passiert“.

    Gruss

    Bodo

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    1. Avatar von Test Bild

      Vieles an dem streng wissenschaftlichen Ene-Mene-Muh Verfahren, was alles antisemitisch sei, kann ich im heutigen Deutschland nicht nachvollziehen. Manches ist blanker Unsinn und tagespolitisch durchschaubar. Für mich war Israel aber nie die einzige Demokratie in Mittleren Osten, sondern immer zuerst der Staat der Juden, ein Ort für Juden. Und ja, die brauchen einen und sie haben einen. Und das ist eine grundsätzliche Meinung von mir, unabhängig von den Moden der Zeit und meinem Ärger über den Diskurs in Deutschland oder der Frage, wie chirurgisch eine 500kg Gleitbombe in einem Wohngebiet arbeiten kann. Norman Finkelstein ist Jude. Wie über ihn als Jude in Deutschland gesprochen wurde, war nur noch widerlich. Da hat das Ene-Mene-Muh Verfahren auf ganzer Linie versagt. Wenn es aber einen Norman Finkelstein in Deutschland nicht schützen kann, welchen Wert hat es dann?

      Darüber werden wir bestimmt nochmal sprechen. 

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    2. Avatar von Test Bild

      Herr Posener hat mal in einem Artikel geschrieben, dass wegen der Demographie in Israel bald diejenigen die Mehrheit haben, deren Vorfahren nicht vom Holocaust betroffen waren und dann denen in Deutschland gegenüberstehen, deren Vorfahren gar nicht am Holocaust beteiligt waren. Mein Großvater hat den Krieg gewonnen. Ich werde niemals meine Kappe vor Banderas Denkmal ziehen oder mit Balten über die Tragik einer Entscheidung schwadronieren. Ich kann es einfach nicht. So weit, so pathetisch. Aber was jetzt?

      Ich erwähnte die Afghanen, die ich kenne. Die lieben Deutschland als Funktion, sie lieben aber nicht die Deutschen, gar nicht. Wir könnten wieder zur Standesgesellschaft werden, in der Zugezogene verschiedene Rechte und Pflichten haben und es egal ist, wie unter sich bleiben. Aber das ist eben nicht die Art, wie wir hier leben wollen und ganz viele Zugezogene wollen das auch nicht. Nein, ich will das nicht.

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  3. Avatar von Test Bild

    Noch was:

    Wenn 47 % aller unter 5-Jährigen einen Migrationshintergrund haben, dann stirbt da was. Und es wird nicht aufhören. Die Zahlen belegen es: auch die Migranten vermehren sich nicht mehr. Eine Gesellschaft, die auf anderer Leute Kinder ihre Zukunft baut, hat etwas von einem Vampir. Die europäischen Gesellschaften sind keine Einwanderungsgesellschaften, seit der Aufhebung der Stände nicht mehr. Einwanderung, die gab es immer. Ich habe mich durch unzählige Briefe der Siebenbürger Sachsen durchgearbeitet, die waren ein eigener Stand. Wir heute wählen. Vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Alle Stimmen zählen gleich. Ohne gemeinsames Verständnis von Bürgertum geht das nicht mehr. Bei den Siebenbürger Sachsen war das kein Problem. So kommen wir zu Frau Quistrops Liste. Es sind Stützräder für ein Konzept, dessen Rechnung bei den Zahlen an Migranten nicht aufgeht. Wenn 47 % aller unter 5-Jährigen einen Migrationshintergrund haben, dann ist das kein Grund zu feiern. Das bedeutet Weinachtbäume ohne Kinderlachen. Erdogan hat das vor Jahren erkannt, er forderte, dass die türkischen Migranten als nationale Minderheit anerkannt werden sollen. Die nächsten würden dann folgen, als erste Kurden. Und die Idee ist vollkommen logisch. Deutschland ist dann nicht mehr das Land der Deutschen, ob zugezogen oder nicht. Zu meiner Zeit waren wir 5% Migranten in der Klasse. Nämlich ich, ganz alleine. Deswegen flutschte das mit mir. Wo sind die Kinder meiner Mitschüler? Was muss man einem Säugetier alles antun, dass es sich nicht mehr vermehrt? Korea soll in drei Generationen leer sein. Migration sei die Lösung. Für wen? Für Samsung sicher. Die koreanische Familie, die es dann nicht mehr gibt, die wird kaum in die Hände klatschen können. Das ist doch furchtbar.

    PS: Ich bin gerne bereit mir Vorwerfen zu lassen, ein verwöhntes Migranten-Einzelkind zu sein, das die neuen Geschwister nicht akzeptiert. Das Phänomen ist in der Migrationsforschung lange bekannt und gut erforscht. Ich bin, was ich bin.

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    1. Avatar von KJN
      KJN

      „Eine Gesellschaft, die auf anderer Leute Kinder ihre Zukunft baut, hat etwas von einem Vampir.“

      Alan Posener vertrat mal in einem seiner Bücher die Ansicht Europa müsse ein Imperium werden. So etwa wie die USA oder früher mal das UK mit dem Commonwealth. In New York wurden die Einwanderer erst mal in eigens dafür errichteten Slums untergebracht, um der damaligen Wirtschaft mit Heimarbeit zuzuarbeiten. Sweatshops zum Wohnen mit 7 oder 8 Personen in einem Zimmer. China macht Ähnliches mit den Wanderarbeitern aus Westchina. Die Unternehmen profitieren von Kinderreichtum, wollen aber selber möglichst wenig dazu beitragen, auch nicht zur Ausbildung und Sozialisation. Es fallen ja immer noch genügend Verrückte an, die bereit sind, die Firma mit einer Familie zu verwechseln und die ersterer ihre wertvollste Lebenszeit zu schenken. Das kann sich auch ändern. Im Moment stellt man fest, daß wahrscheinlich die meisten Akademikerjobs durch die KI wegfallen könnten und dann könnte es auch hier vielleicht wieder ‚Kinder statt Inder heißen‘. Für’s Handwerk auf dem Land. Für die Städte wohl eher ‚Letzte Generation‘. Ausführlicher, nicht so verkürzt, vielleicht demnächst in einem extra Beitrag.

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  4. Avatar von C. K.
    C. K.

    Ich habe gerade Hans drüben gelesen, er fehlt hier als Antipode. Heute ist er gar nicht so polterig wie sonst so oft.

    Er liebt das Vaterland mit „christlichen“ Autoritäten, die er in Stellung bringt. Ich kenne die Sekundärliteratur nicht, Leo XIII, Thomas von Aquin, ich bin immer noch der kleine Junge, der sich wundert, wie man es schafft, die Worte des Mannes aus Nazareth so ins Gegenteil zu verkehren.

    Und dann sind wir wieder bei Frau Q., den Olivgrünen und der Frage, was war da nochmal in Pancevo, Frau Quistorp?

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    1. Avatar von Test Bild

      In Pancevo lebt mein Bruder. Zwei Ecken von der Kirche mit dem berühmten Foto entfernt. Ich gehe da beim Einkaufen vorbei. Jedes Jahr. Die Welt ist klein.

      Übrigens kenne ich in Pancevo viele Veteranen aus dem Bosnien-Krieg, die aus dem Foto nur gelernt haben, andere Leute zuerst umzubringen. Ich verliere dort jährlich meinen Glauben an die Menschheit.

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    2. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
      kryptonitetoo0a8519ce23

      Der Nationalstaat, das lieber Klaus,

      lernt man im Geschichtsstudium im 2. Semester, ist eine „Erfindung“ des 19. Jahrhunderts.

      Brandenburg-Preussen riss sich in den polnischen Teilungen das spätere Westpreussen unter den Nagel. Also Kolberg und so.

      Ich habe nicht rausgekriegt, wieviele Deutsche und wie viele Polen damals dort lebten. Die Volkszählungs-Statistiken des 18. Jahrhunderts zählten nicht danach. Sie zählten

      nach katholisch und

      nach protestantisch und

      nach jüdisch.

      Und auch der „polnische“ Staat zählte so.

      Man könnte nicht mal sagen „katholisch ist polnisch und protestantisch ist deutsch“. Weil es auch polnische Protestanten gab.

      Übrigens ist der (von Dir?) genannte Novalis kein Deutsch-Romantiker. Die gab es unter Romantikern auch. Er war der anderen Richtung zugeneigt, die in der gewissermassen katholisierenden „Rückbesinnung“ das Mysterium sahen. Die „Wiederverzauberung der Welt“.

      Bis ins 18. Jahrhundert war in Europa „das Volk“ der Krone zugeordnet.

      Bei Thomas von Aquin sowieso.

      „Das Volk“ wurde regiert von einem Monarchen und seinem Adel, das Nation nicht kannte.

      Noch am Ende des 18. Jahrhundert waren die deutschen Ritter im von Russland eingesammelten Lettland dann eben russische Ritter. Offiziere in des Zaren Armee.

      Johann Adam von Krusenstern aus Talinn, der die erste russische Weltumseglung steuerte (etwas nach 1800 ?) schrieb ganz selbstverständlich von seiner „russischen Ehre“ und das alles auf deutsch.

      Und „das Volk“ wurde im Abendland bis in die frühe Neuzeit von einer Priesterschaft belehrt, die ganz selbstverständlich Latein sprach und so miteinander kommunizierte.

      Weshalb auch Rille war, ob jemand aus Breslau nun in Prag, Leipzig oder Bologna oder Paris studierte.

      Es war nicht mal wichtig, ob jemand aus Schlesien, das bis zu des Alten Fritzes Zeiten zu „böhmischen Krone“ gehörte, ob der nun Slawe oder Deutscher war

      In seinem Essay „Das Christentum, oder Europa“ trauert Novalis diesem Zustand nach.

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      1. Avatar von KJN
        KJN

        ..ich muss gestehen, von Novalis kenne ich bisher nur den Namen nach, wahrscheinlich aufgrund eines Vorurteils, weil ich es mit der Romantik nicht so habe. Thomas von Aquin denkt und schreibt auf der Basis von Aristoteles und hat in seiner Schrift „Über die Herrschaft der Fürsten“ die Bedeutung der Demokratie als einzige gewaltfreie Art, sich Tyrrannen zu entledigen hervorgehoben. Ich fand das Reclam-Heft sehr lesenswert..

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      2. Avatar von Test Bild

        Das kann ich bestätigen.

        Ganz Grob: Menschen wurden in Gruppen, Stände, eingeteilt, und die hatten bestimmte Rechte und Pflichten innerhalb der Gesellschaft. Die Stände standen in bestimmten Beziehungen zueinander. Die Durchlässigkeit der Standesgrenzen war mal höher, mal niedriger.

        Übrigens:

        Das Osmanische Reich war ähnlich verfasst und hatte die Nase in Verwaltung, Recht und Militär bis in das 17. Jahrhundert weit vor.

        Orthodoxe Christen hatten Ihre eigenen Gerichte, konnten aber auch ein muslimisches Gericht berufen. Vor den Kadi treten. Die Gerichtsakten sind erhalten.

        Die Janitscharen wandelten sich schnell zu einer Karriereleiter. Der eine Bruder war orthodoxer Bischoff und der andere als Janitschar der lokale Vertreter des Sultans.

        Eine gezwungene Islamisierung fand im europäischem Teil so gut wie nicht statt. Die Steuer der Christen ging an den Sultan. Wären alle konvertiert, wäre der Sultan schnell pleite gewesen. Wer unter ihm dient, war dem Wurscht, ebenso wie den europäischen Herrschern.

        Nation war da ein vager, sehr drittrangiger Begriff.

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      3. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte, war ein aristrokatischer Sack. Er war Bergbeamter in Weißenfels und ihm unterstand die Aufsicht über die Salinen, also die Salzgewinnungsanlagen in Bad Dürrenberg, Bad Kösen etc. Noch heute sehenswert.

        Das hatte er auch an der Bergbau-Schule in Freiberg in Sachsen studiert. Und er war pfiffig. Seine Vermutungen, wo in der Gegend Braunkohle zu finden sei (Er schloss das aus dem Vorkommen bestimmter Pflanzen), haben sich alle bewahrheitet.

        Aber eben: Ein aristrokatischer Sack. Er hatte Zugang zu dem allen, weil er in der dritten Generation von Adel war. Und nur solche konnten höhere sächsische Staatsbeamte werden.

        Er sah es als eine Katastrophe an, dass es zum Lesen des Heilgen Evangeliums keine akademische Bildung, keines Latein- oder Griechisch-Studiums mehr bedurfte. Damit würde Perlen vor die Säue geworfen.

        Doch, doch, Romantik ist zumeist schon ä bissel reaktionär. Aber zu reaktionär gibt es eben auch noch aristrokratisch-reaktionär.

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      4. Avatar von Test Bild

        Novalis hat die schönste und verständlichste Definition, was Romantik sei.

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      5. Avatar von Test Bild

        Advocatus diaboli:

        Was, wenn der Sack recht hatte?

        Bei der Schlacht am Marchfeld kämpften paar tausend Ritter/Säcke um die Krone Böhmens untereinander.

        Um das Seelenheil von Protestanten und Katholiken hunderttausende.

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      6. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Der aristrokratische Sack Friedrich von Hardenberg, lieber Stevan,

        war in meiner Vaterstadt Weißenfels nicht so besonders geachtet von der Arbeiter- und Bauernmacht, also dem Arbeiter- und Bauernstaaat DDR. Ich hielt damals seine Einschätzung, dass die Arbeiter und Bauern Dummköpfe sind, die nicht an die Schaltstellen der Macht gehörten, …

        … also ich hielt seine Einschätzung damals für „Aber der hat ja so was von Recht!“

        Übrigens: Wenn ich wieder mal von irgendjemandem lese, wie entsetzt er darüber sei, dass sein Opa GeStaPo-Chef von Lyon gewesen war, dann ist die Botschaft hinter der Botschaft eigentlich nur:

        „Schon mein Opa war bedeutend. Deshalb kommt auch mir Bedeutung zu.“

        Aristrokratisches Getue eben.

        Aber bei Novalis ist es ja eben mehr als Getue. Das ist tatsächliche Weltliteratur. Im Gegensatz zu …

        Gruß Bodo

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      7. Avatar von Test Bild

        Wie jeder Historiker (hoffe ich) habe ich eine Lieblingszeit. Das ist die Dezentralisierung nach dem Zusammenbruch Westroms, das frühe Mittelalter. Wer Elite war, musste kämpfen. Wer Bauer war, hatte Abgaben, aber denen ging es relativ gut, wie wir an der Entwicklung nachweisen können. Seit dem Spätmittelalter gelingt es aber der Elite zunehmend, ihre Probleme zu dem Problem der Stände zu machen, die es eigentlich gar nichts angeht. In der Antike und Neuzeit wurden zehntausende Soldaten ins Schlachthaus geschickt, im Mittelalter paar hundert und nur die, die es anging.

        Ja, ich romantisiere, soll`n wa ja nich….aber ich kann es nicht lassen  

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      8. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Im nächsten Semester freue ich mich auf die Vorlesung „Die mittelalterliche Kirche“ und „Das sakrale Königtum“. Nein, ich halte das Mittelalter nicht für eine gute Zeit. Es gab kein Gewaltmonopol, sondern Fehden und Überfälle. Stadtmauern und bei Dunkelheit geschlossene Stadttore zeugen davon: Nachts war es lebensgefährlich „draußen“.

        Die Kirche war die einzige Institution, die annährernd so was wie ne Verwaltungsstruktur hatte.

        Und die Kirche zerlegte sich noch 1378 bis 1417 in zwei Päpste, die sich gegenseitig von der Kommunion ausschlossen.

        An dieser Lage interessiert mich das „Herrschen mit dem Heiligen“. Also die Sakralität des Königs der Deutschen. Seine Sakralität infolge der Salbung durch den Bischof von Rom. Mit heiligem Salböl.

        In dieser Lage frage ich dann, wie konnte es im Heiligen Römischen Reich ausser dem deutschen König noch den böhmischen König geben?

        Ich glaube, das hängt mit der Tatsache zusammen, dass schon der olle großmährische Fürst Rastislav (auch bekannt als der heilige Rastislav) den byzantinischen Kaiser Michael III. im Jahr 862 um Missionare bat. Die dann in der Gestalt der beiden Brüder aus Makedonien kamen, die sich später Kyrill und Method nannten.

        Dass also die Sakralität der böhmisch/mährischen Krone von Konstantinopel vermittelt wurde und der Bischof von Rom das nicht hindern konnte. Er hatte es zu akzeptieren.

        Was dann wiederum eine Eigenentwicklung der böhmischen Kirche bis Jan Hus und danach begünstigte.

        Und was letztendlich meiner Ansicht nach der eigentliche Grund ist, warum Tschechen, anders als die Sorben an Saale und Elbe und die Adobdriten in Mecklenburg im Heiligen Römischen Reich der Germanisierung widerstanden (Wenn auch mit Dellen. Die tschechische Sprache, sagte mir ein polnischer Freund, klinge furchtbar deutsch.)

        Also dass die böhmische Königssalbung die Grundsuppe Tschechiens schuf. Nicht wegen der Heiligkeit des Salböls, sondern weil Menschen glaubten, dass das Salböl heilig sei.

        In zwei Monaten werde ich den Professor mal fragen, ob man das so sehen kann. Freu mich drauf.

        Bodo

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      9. Avatar von Test Bild

        Ich war noch nicht im Königreich Böhmen aber in der Rus, Kiew, Polen-Litauen und Russland. So rund um die Ruthenen. Eigentlich gibt es den Königstitel in der Orthodoxie nicht. Der Ist in der Regel katholisch. Der serbische Königstitel kam aus Rom, wurde dann auf der anderen Seite bestätigt.

        Ja, die Konkurrenz belebte das Geschäft. Die Katholen waren mehrmals in Kiew. Dafür hätten die Orthodoxen fast Böhmen eingemeindet, ich kenne aber noch nicht die Details. Der Titel müsste aber im Kontext von der katholischen Seite kommen.

        Die Dogmen waren ja noch recht fluide

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      10. Avatar von Test Bild

        Das wichtigste Exportgut Roms, mit über tausendjähriger Haltbarkeit, war Legitimation.

        Bei der Krönung Karls zum Kaiser entdeckten die Päpste, dass sie das Zeug noch Säckeweise im Keller haben. Und dann gings ja Schlag auf Schalg

        Olav der Heilige von Norwegen, die Stefanskrone

        und Ostrom zog nach: Zarentitel an Bulgaren und Kiew, später Serbien

        Die römische Praxis, die Barbaren durch Legitimation der Herrschaftsdynastie zu zähmen, hat nie wirklich aufgehört

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      11. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Könige und orthodoxe Welt …

        Hey Stevan,

        in meinen Versuchen über Heraklit (um 520 v. Chr.; bis um 460 v. Chr.) stieß ich auf den Begriff des Basileos. Das ist eigentlich ein griechischer König. Aber der ist dann wieder „der Tyrann“, der in der Politeia nicht zu dulden ist, Wegen Demokratie und so. Der Basileos hat dann „nur noch“ kultische Funktion. Er ist oberster Priester und opfert im z.B. Tempel der Artemis zu Ephesos mit dieen Opfertieren rum.

        Heraklit soll aus so ner Königsfamilie stammen und auf das Amt des Oberpriesters, das ihm als Erstgeborenem zugestanden habe, verzichtet haben. Zu Gunsten seines jüngeren Bruders.

        In Byzanz greift dann der Kaiser den Titel des Basileos wieder auf.

        Bin mir noch nicht ganz klar über den Unterschied von Kaisar und Basileos. Meint das nicht dasselbe? Also den „Pontifex Maximus“?

        Gruß Bodo

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  5. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Man kann sich über viele Dinge Sorgen machen. Der Umstand, dass es so viele Leute mit Migratiosnhintergründen gibt, ist auf meiner persönlichen Sorgenliste sehr weit hinten. Je nachdem, was man unter Migrationshintergrund versteht, hat meine Familie selber einen – mein Vater war Flüchtling aus Schlesien, der Vater meiner Frau Wirtschaftsmigrant aus Ecuador (der hier als Kardiologe etliche Leben gerettet hat). Ich weiß nicht, ob das als Migrationshintergrund durchgeht, wohl eher nicht. Jedenfalls wüsste ich nicht, wieso uns das geschadet hat, und auch der uns umgebenden Gesellschaft hat das nicht geschadet. Weihnachtsbäume gibt es noch immer. Gemeint sind also vermutlich gar nicht Migranten, sondern Muslime?

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  6. Avatar von Rolad Ziegler
    Rolad Ziegler

    Also jedenfalls: Mein migrantischer Schwiegervater liebt Weihnachsbäume und Weihnachtslieder, er ist derjenige, der die deutsch-traditionellen Dige hier von uns am höchsten hält. (Außer mir vielleicht, der jedes Jahr unser Weihnachtsessen zubereitet.) Es ist durchaus möglich, dass diese deutschen Traditionen gerade von den Migranten und gar nicht so sehr von den Abkömmlingen biodeutscher Familien bewahrt werden. Die doch lieber laute Popmusik hören. Und sollte sie dabei etwas verloren gehen oder abgeändert werden – es gibt Schlimmeres. Die Heimat muss nicht im Tiefkühlfach konserviert werden.

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  7. Avatar von Test Bild

    Lieber Roland,

    ich bin Migrant, meine Frau ist Migrantin, mein Trauzeuge ist Migrant, ich bin Trauzeuge von zwei Migranten, mein bester Freund ist Migrant, meine Tochter ist mit einem Migranten zusammen, wir hoffen auf Enkel. Ich wohne seit 30 Jahren links und rechts von Migranten, trotz mehrerer Umzüge, nicht zufällig. Nicht jeder mag neben einem Boateng leben, ich schon. Und letztendlich stammen wir alle von jemandem ab, der an einer Völkerwanderung teilgenommen hat. Selbst wenn die 80er nie geendet hätten, wäre meine Familie in Jugoslawien als Ergebnis von Binnenmigration. Dieses Frühjahr besuchte ich meine Cousine in Graz, sie ist aus Belgien zurückgekehrt. Und worauf ich echt stolz bin, denn es war kompliziert: der Taufpate ist Türke. Okay, das ist der erwähnte beste Freund, den hatte ich schon auf der Liste. Ich studiere ja gerade Geschichte und Archäologie und rate mal, was durch die ganze Geschichte passiert: Migration. Richtig. Ich glaube ich habe dir die Banalitäten alle schon mehrmals aufgezählt. Warum also nochmal?

    Weil deine Argumentation unfair ist. Und das kommt so:

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    1. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Geschichte und Archäologie studieren finde ich übrigens super, auch in dieser Kombination. Aber das nur nebenbei.

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  8. Avatar von Test Bild

    Es gibt eine politische Ebene. Von der spreche ich.

    Es gibt eine persönliche Ebene. Von der sprichst du.

    Die Kunst der heutigen Zeit, um nicht laut Kapitalismus zu sagen, ist es, immer fleißig diese beiden Ebenen zu mischen. Gehen wir doch von der Migration einen Schritt weg. Nehmen wir die Rechte queerer Paare auf Kinder. Ich gönne Jens Spahn wenig, aber bestimmt sein Glück als Vater. Zwei schwule Väter…und?

    Leihmutterschaft, klingt nett. Warum nicht legalisieren? Weil dann der Kapitalismus ins Spiel kommt. In Asien gibt es Leihmutter-Farmen. Und das ändert das Spiel doch beträchtlich, hoffe ich doch. Was du argumentativ gerade mit mir machst, ist mir ein Foto von Jens mit Kind zu zeigen und mich fragend anzuschauen, was ich gegen Jens und sein Kind hätte.

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  9. Avatar von Test Bild

    Nehmen wir die Freigabe von Marihuana. Ich konsumiere seit vier Jahrzehnten Dinge, von denen mein Arzt mir abrät. Jetzt hurra!!! kann ich sie legal online bestellen und finde den erholsamen Schlaf, den ich so dringend nötig habe. Aber, weißt du, was passiert ist? Kapitalismus ist passiert. Was ich online bekommen habe, führt bei mir zu einem Stromausfall. Ich bin Jahrzehnte bis in die Niederlande gereist, habe, weil der Kapitalismus gut zu mir war, nach Oskar Wilde, immer nur das Beste gekauft. Und ich habe wirklich nie, nie etwas von der heutigen Potenz in der Pfeife gehabt. In vier Jahrzehnten nicht. Das bestellen sich jetzt 18 Jährige über das Handy.   

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    1. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Dies ist wie die Leihmutterschaft ein Thema, das sich nur schwer in einem Topf namens Migration verrühren lässt. Ein guter Freund von mir – aus Venezuela übrigens – hat einen übel kaputten rheumatischen Körper, alle Medikamente haben seine Leiden vergrößert. Er schwört auf Marihuana, das er, weil seine Lunge kaputt ist, in Pasten einrührt und isst. Das einzige, was seinen Schmerzen beikommt. Klar, das muss er machen. Ob 18jährige sich per Smartphone zur Feier des Tages (oder zur Betäubung desselben) eine Dröhnung verschaffen können sollen – eher nicht. Die Dinge sind kompliziert.

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    2. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Ich war mal auf Hawaii, dort gingen bei 30 Grad im Schatten voll verkleidete Weihnachtsmänner durch die Straßen und bimmelten mit ihrer Glocke. Überall hingen glitzernde Schnee-Imitate herum. Ich glaube ich und mein Freund waren die einzigen Europäer in dieser Szene. In Asien soll es genauso sein.

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      1. Avatar von Test Bild

        Ja….Konsum macht Spaß. Und ich konsumiere bis der Arzt kommt. Ja, so sind Menschen.

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  10. Avatar von Roland Ziegler
    Roland Ziegler

    Bei der Leihmutterschaft geht es meinem Verständnis nach um die Frage, wie man die Rechte der Leihmutter und ihres Körpers betrachtet. Es geht nicht nur um Jens Spahn, seinen Partner und das Kind (bzw. das dazugehörige Foto). Ginge es nur um diese drei, wäre alles OK und die Diskussion würde sich vermutlich erübrigen (es sei denn man ist Mitglied oder gar Organ der CDU, die das verbietet).

    Bei der Migration – so wie du das aufziehst (bzw. ich es verstanden habe) – geht es um Bürgerrechte und -pflichten und außerdem um Traditionen – „Heimat“. Ich habe dazu anekdotisch eingeworfen, dass meine persönlichen Erfahrungen dagegensprechen, dass Migration die Traditionen zerpflügt – und ich würde hinzufügen, auch das Verständnis der Bürgerrechte und -pflichten leiden nicht zwangsläufig unter Migration. Zumindest nicht auf Seiten der Migrierenden, eher auf Seiten der Hiesigen, wie man am Begriff Remigration sehen kann.

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    1. Avatar von Test Bild

      Entschuldige meinen Ton. Eigentlich schreibe ich Hausarbeit, hab eine Kanne Kaffee drin und naja….

      Was für eine Tradition? Du meinst so über Generationen? Meine Familie hatte Tradition, seitdem wir über Kontinente verteilt sind, dauern Traditionen im Hause Stevanovic vier bis fünf Jahre, weil die Besetzung sich ständig ändert. Tradition orientiert sich an den Amazon Angeboten. Das mag jetzt kein Beinbruch sein, aber Tradition, walla, das ist es nicht, was wir jetzt haben. Tradition entstand aus Gemeinschaft. Gemeinschaft gibt es nur noch in der Kleinfamilie. Und selbst die verschwindet zunehmend.

      Wenn man sich an alles gewöhnen kann…wozu machen wir dann überhaupt Politik? Stimmt…für das Bruttosozialprodukt. Und selbst das funktioniert heute nicht mehr, weil wir die Schrauben so weit gedreht haben, dass wir das Klacken hören. Wir schaffen es nicht mal, mit historischen Schulden noch Wachstum zu simulieren.

      „Die Dinge sind kompliziert.“

      Herrgott, hättest du damit angefangen, bräuchte ich jetzt nicht die billigen Blutdrucksenker aus China, die uns die heimischen…ja. Gut. Ich hör jetzt auf.

      Nach atmen in die Tüte, kann ich dir ruhig versichern, dass Remigration ein sehr nüchterner Begriff aus der Migrationsforschung ist, der in dieser Runde vollkommen sachgerecht verwendet wurde.

      Angenommen, bei Flüchtlingen entfällt der Fluchtgrund und die müssten wieder gehen: Remigration.

      Ein Drittel der Migranten kehrt zurück: Remigration. Übrigens fast eine Konstante. Wir haben die Bücher der Bremer Schifffahrt aus dem 19. Jahrhunderts und viele Quellen mit Zahlen.

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      1. Avatar von Roland Ziegler
        Roland Ziegler

        Klar. Gemeint ist aber das gewaltsame Zusammengepfercht- und Rausgeschmissenwerden (siehe USA).

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  11. Avatar von Test Bild

    Auf der einen Seite haben wir mehr Möglichkeiten, Freiheiten….blabla. Auf der anderen Seite bringt das Dinge hervor, bei denen ich mich frage: is this what we were fighting for? Und da muss ich sagen: nein. Davon hat niemand nie gesprochen. Unsere Leben werden weder besser noch selbstbestimmter, wir schaffen einfach neue Industrien.

    So auch Migration. Aus Solidarität und Menschenliebe wurde ein Verschiebebahnhof von Seelen. Aus Humanismus wurde eine clevere Geschäftsidee. Lohnentwicklung im Niedriglohnsektor vor 2015 und jetzt danach, guess what? Die deutsche Produktivität sinkt…ja klar. Weil wir weniger in Technik investieren. Es gibt ja dienstbare Geister. Das konnten wir schon in den Niederlanden in den 90ern beobachten: Stagnieren Löhne, fällt die Investition in Technik.

    Ich kürze ab, um keinen Herzinfarkt zu bekommen:

    Der Grund, warum wir auf Ärzte aus dem Ausstand „angewiesen“ sind, als vollindustrialisiertes Land mit 83 Millionen Einwohnern, ist die fehlende Ausbildung von Ärzten. Davon profitieren bestimmte Gruppen…na gut, das führt jetzt zu weit. Aber statt den Versuchsaufbau zu ändern, stehst du jetzt vor mir (meine blumige Sprache, du verzeihst), und zeigst mir das Foto deines Schwiegervaters.

    Und ich frage mich, wessen Arsch ich küssen muss, damit der Versuchsaufbau geändert wird. Ich schaue nach Alternativen (pun vollkommen intended). Mein Schwager wählt die Alternative, zu dem war der Kapitalismus nicht so gut, wie zu mir. Und er hat vollkommen recht!!! Er ist derjenige, der rational handelt, für sich das kleinere Übel wählt. Der war nie an der Uni, der versteht die Zusammenhänge aber viel besser, als alle linksliberalen Kommilitonen zusammen.

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    1. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Moment, was heißt „statt den Versuchsaufbau zu ändern“. Meine Tochter studiert Medizin, sie hat ihre Geige an den Nagel gehängt, ich bin etwas melancholisch darüber, aber unterstütze sie nach Kräften. Mehr kann ich zum Versuchsaufbau nicht beitragen. Übrigens gibt es einen Zuwachs von 22% Ärzten in den letzten 10 Jahren, viele aus dem Ausland, weil es für eine gute Ausbildung von mehr Interessenten zu wenige Laborpätze gibt.

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    2. Avatar von Roland Ziegler
      Roland Ziegler

      Wenn die AFD an der Macht kommt, wird der Kapitalismus sich aber nicht ändern, sondern noch viel schlechter zu deinem Schwager sein. Das steht zumindest zu befürchten. Aber dies spielt wahrscheinlich für deinen Schwager gar keine Rolle. Es geht ihm wohl einfach nur darum, sich nicht mehr vom System dirigieren und an der Nase herumführen zu lassen, sondern die Kontrolle zurückzugewinnen (die man nie hatte). Mit „Wir sind das Volk!“ und „Yes we can“ hat das Spiel mit der Selbstwirksamkeit begonnen (vorher hat das, glaube ich kaum eine Rolle gespielt). Dann drehte es sich mit Covid in die Gegenrichtung und jetzt wieder in die Gegenrichtung mit Trump und die AfD…Koste es was es wolle.

      Egal, ich muss jetzt erstmal die Kneipe verlassen, verschiedene Arten von Arbeit rufen, seit einiger Zeit schon… Viele Grüße!

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      1. Avatar von Test Bild

        Die CDU wird mit der AfD koalieren, damit sich nichts ändert. Ja, da können wir uns leicht einigen.

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      2. Avatar von KJN
        KJN

        Bodo, Roland, Stevan: Es wird wohl Zeit für den AvD (kein Schreibfehler sondern ‚Administrator vom Dienst‘) sich Gedanken darüber zu machen, wie er und andere solche wirklich interessanten Diskussionen noch mitbekommt..

        Ich halte mal für mich fest:

        1. Novalis: Ich würde ihm unbedingt zustimmen, nicht jeder muss alles studieren dürfen. Erzeugt sonst zuviel Konfusion und psychische Probleme
        2. „Remigration“: Erfolgreich von der Fa. Correctiv hochgekochtes NGO-Geschäftsmodell
        3. Kapitalismus: Alles wird bis zur letzten Synapse vermarktbar gemacht. Folgen: S. Pkt. 1 + 2. Man kann alles übertreiben.
        4. Ich weiß wie arrogant ich gerade bin.

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    3. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
      kryptonitetoo0a8519ce23

      Du musst keinen Arsch küssen, Stevan,

      als ich 1985 aus der Haft gen Westen verkauft wurde wurde auch mein Haftkamerad Tim verkauft.

      Er hatte als 18-jähriger Gymnasiast sich verleiten lassen, für die „Jenaer Friedensgemeinschaft“ Flugblätter zu verteilen, ward verhaftet und nach Schwaben abgeschoben und dockte dort in Tübingen bei den GRÜNEN an.

      Einmal habe ich ihn in unsere RCDS-Gruppe eingeladen, um davon zu erzählen, wo einer über ihn herfiel:

      „Wir von der CDU haben Dich aus dem Gefängnis freigekauft! Und wie dankst Du uns das? Du gehst zu den GRÜNEN!“

      Hä ?

      Später, 2017 sagte mir eine GRÜNE Freundin:

      „Bodo, wir haben Dich aus dem Gefängnis freigekauft. Und wie dankst Du uns das? Du gehst zu AfD!“

      Hä?

      War in Jugoslawien eigentlich Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ an den Schulen Pflichtlektüre ?

      Diese Geschichte von dem gestrandeten Robinson, der einen Eingeborenen vor dem Tode rettet? Den er dann „Freitag“ nennt.

      Und Freitag bastelt einen Sonnenschirm aus Ziegenleder und hält den Schirm über Robinsons Antlitz.

      Jeden Tag.

      Auf dass Robinsons edles Haupt keinen Sonnenstich bekäme.

      Ja, da spricht ein feuchter Traum aus dem Buch.

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      1. Avatar von Test Bild

        Mein türkischer Freund arbeitete in einer Integrationsbehörde einer Großstadt. Der berichtete mir von einem marokkanischen Vater, der die Welt nicht verstand. Alle freundlich, alles Gut, Stuhlkreis, Topfschlagen, Integrationskurs. Die Tochter geht zur Schule. Schwimmunterricht steht an. Vati sagt nein, weil …. er ist zwei Jahre vorher vom Atlas Gebirge herabgestiegen und versucht nun hier sein Glück. Aber da war Schluss mit Lustig. SEK-Team aus Schulpsychologen, Sozialarbeiter, Ausländerbehörde … hell break loose. Von „du bist Deutschland“ zu „islamistischer Gefährder“ an einem Nachmittag. Der hat die Welt nicht verstanden, der war verzweifelt. Der hat mir unendlich leidgetan.

        Freitag muss es machen, aber er soll es freiwillig machen, auch wenn er nicht weiß, was er überhaupt machen soll.

        Robinson war in YU sehr bekannt, aber eher als kommunale Gemeinschaft über Kulturen hinweg. Ich hatte eine Malbuch. Freitag war in der Version auch kein Opfer.

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      2. Avatar von KJN
        KJN

        „Von „du bist Deutschland“ zu „islamistischer Gefährder“ an einem Nachmittag.“

        Auf dem glatten Parkett, dem wöchentlich gewienerten Boden hier rutscht mittlerweile jeder aus, von Marrakesch bis Kaisersesch..

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  12. Avatar von Test Bild

    Zu wenige Laborplätze…wachsen die auf Bäumen und wegen der Dürre fiel die Ernte aus….?

    Meine Mädels hatten keinen Bock auf Schule (tell me about melancholy) und haben eine Lehre im Einzelhandel gemacht. Vulgo: Verkäuferinnen. Deswegen reagiere ich vielleicht ätzend, wenn Akademiker von Vorteilen sprechen und nicht verstehen, dass es auch Nachteile in Disneyland gibt und noch besser empört sind, wenn die Morlocks den Kanal voll haben. Gruß an deine Tochter. Ich werde das mit dem Medizinstudium und der Geige gleich meiner Tochter auf`s Butterbrot schmieren …. das hat so eine Tradition im Hause Stevanovic, über Generationen. Quatsch…wir lachen und albern beide herzlich, wenn ich dabei den Tonfall meiner Frau Mama imitiere.

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  13. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
    kryptonitetoo0a8519ce23

    Mal noch ein anderer Gedanke,

    als Ossi stand ich ja nie vor einer rechtlichen Hürde „deutsch werden“ zu müssen.

    1985 wurde ich in die Bonner Republik verkauft, studierte gleich los und wechselte 1987 nach Bonn. Wo die Otto-Benecke-Siftung sass, die mir monatlich einen hunderter zum BAFöG zuschoss.

    Und wo zwei nette Sozialpädagoginnen einen Stammtisch eimberufen hatten, um Leute wie mich „zu integrieren“.

    Hä?

    „Integrieren?“

    Ich bin doch Bürger dieses Staates. Ich bin doch Hausherr hier. Ich bestimme dach mit, was „deutsch“ überhaupt ist.

    Das ist übrigens nicht nur ein Missverständnis der Westdeutschen den Ossis gegenüber, sondern jedem Menschen gegenüber, welcher der Schicksalsgemeinschaft „deutsch“ beitritt. Er verändert die Identität des Volkes.

    Dazu kann der Staatsanwalt das Wort „Umvolkung“ so viel als Hetze bestrafen, wie er will:

    Das Wort beschreibt nun mal eine Tatsache.

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    1. Avatar von KJN
      KJN

      Naja, lieber Bodo, es ist doch auch folgendes: Wirtschaftsunternehmen wollten auch unbedingt die Frauen ‚mit Haut und Haar‘ im business dress, die ‚Mad Men‘ sowieso schon länger. Sollen doch die Proles die Kinder auf Staatskosten gebären und großziehen und wenn man jetzt sogar noch weltweit selektieren kann.. wieso Merkels Coup von 2015 kritisieren? Das nennt man HR-Management. HR ist das englische Wort für Menschenmaterial..

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      1. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Das ist ja das gegenwärtige Problem des HR-Manegements, Klaus;

        da managt keiner mehr. Meist reden die dann über „illegale Migration“, was Unsinn ist. Wer nach Deutschland kommt und ruft „Asyl“, der macht etwas völlig Legales. Auch wenn der Asylantrag aber so was von offensichtlich unbegründet ist.

        Wenn Du jetzt bei der Uni Leipzig beantragen würdest, dort mal ein Seminar über HR-Management abzuhalten, tätest Du ja auch nichts Illegales.

        Gemeint ist mit der „illegalen Migration (Sogar Merz benutzt diesen Unsinn)“ die „irreguläre Migration“. Also eine Migration, die keinen Regeln folgt.

        „Einwandern darf, wer nicht im Mittelmehr ersäuft.“

        Das ist ja keine Regel.

        Oder:

        „Der Klaus darf an der Uni Leipzig ein Seminar abhalten, wenn er einen Raum dort findet!“

        Das ist auch keine Regel.

        Das alles ist ja kein Regelwerk. Das ist das große Chaos.

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      2. Avatar von KJN
        KJN

        Das ist selbst dem Klaus klar, daß die Politik da nichts managt, aber das scheint ja doch einigen ganz gut zu gefallen, sonst wäre es ja anders. Und das sind eben nicht nur die ‚Grünen‘ und Herr Polenz.

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      3. Avatar von KJN
        KJN

        ..will sagen: Das Chaos ist doch Methode.

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