Aus gegebenem Anlass

In unserem Lieblingsblog „Starke Meinungen“ hat Herr Schmierchen einen Beitrag zu der Gen Z Demo veröffentlicht: „Generation ahnungslose Arschgeigen, Ihr regelt gar nichts!“. Hier lesen und kommentieren und dabei viel Glück haben:

Generation ahnungslose Arschgeigen, Ihr regelt gar nichts! – starke-meinungen.de

Damit die Administration der Starken Meinungen nicht das Burn Out Schicksal der Gen Z teilt, habe ich diesen Post aufgemacht. Ich selbst bin heute mit meiner Gattin auf einem Suppenfest. Schönen Sonntag an alle.

8 Antworten zu „Aus gegebenem Anlass“

  1. Avatar von Test Bild

    Hier mein Kommentar bei Starke Meinungen. Sollte er veröffentlicht werden, könnt ihr ihn doppelt lesen. Wenn nicht: bittehierklingeln

    Fairnesshalber muss man aber auch sagen, dass es in Frankfurt in Anbetracht des Themas erstaunlich wenige Teilnehmer waren, unter 10.000. Bildung und der Zustand der Schulen sind in Rhein/Main ein Dauerärgernis. Der muslimische Anteil an der Bevölkerung ist hoch. Der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung war durch die Dauerberichterstattung der neurotischen bürgerlichen Presse selbst in der hessischen Provinz groß. Und trotzdem waren es 8000 (?) die alle diese verschiedenen Gruppen auf die Beine stellten. Der nächtliche Mob hatte weniger personelle Überschneidung mit den Bürgerkindern, die tagsüber da waren und er war auch deutlich kleiner.
    Jetzt hat Rhein/Main mehrere problematische Fußballvereine, die regelmäßig von der erfahrenen Polizei unter Kontrolle gehalten werden. Wenn die Polizei will, dann kann die richtig was. Dann macht es Aua.

    Wenn die ganze Republik sich gruselnd auf den Event gefreut hat, die Geschäfte sich vorbereitet haben und es somit bekannt war, wo der Mob toben wird und der Mob auch noch kleiner als ein gewaltbereiter Fanblock war, der hier wöchentlich erfolgreich dressiert wird, dann hätten die Ausschreitungen eigentlich doch schon im Ansatz erstickt werden können. Nein?

    Bei den Entscheidern, die über die Ressourcen der Polizei verfügen, ist der Anteil an Gen Zs wahrscheinlich gering. Auch der Anteil der Ibrahims im Planungsstab wird nicht relevant sein. Ich schätze, dass bei den Entscheidern der Anteil der Jürgen und Peter, die älter als 50 Jahre sind, deutlich höher ist, als bei den Demonstranten. Auch bei der bürgerlichen Presse, die mit schon fast sexueller Erregung für die Bekanntheit der Veranstaltung gesorgt hat, sitzen nicht Gen Z und Ibrahim an entscheidender Stelle.

    Was haben die sich die „Erwachsenen“ eigentlich so im Vorfeld gedacht? Sicher, das Nutella und die Afri Cola Werbung, mit der die über 50-Jährigen aufgewachsen sind, sind mit den heutigen Konsumgütern kaum vergleichbar. Das Eis hatte viel weniger Zucker und Fettanteil, die harten Jahre haben geprägt, d’accord. Nur drei Fernsehprogramme, sacre bleu! Aber im Ernst: Undankbare Jugend und randalierenden Mob kennt Rhein/Main bestimmt schon vor 1848. Was war denn gestern das Problem?

    Sollte uns die Antwort auf diese Frage nicht brennend interessieren? Wäre die Antwort nicht viel spannender als die larmoyanten Welterklärungen, mit denen sich 50+ jetzt gegenseitig übertrumpft? Just asking. Schönen Sonntag.

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    1. Avatar von KJN
      KJN

      „Bildung und der Zustand der Schulen sind in Rhein/Main ein Dauerärgernis.“ Gut wäre, hier, mal zu differenzieren: Wenn die Klassen zu groß, zu heterogen sind und überdies nicht alle Schüler Deutsch verstehen, ist das ein Problem. Fehlende Computer, Tablets usw. wohl weniger und was ich so erzählt bekomme, von den Pädagogen meines Vertrauens, ist der Überfluss und der entsprechende Umgang mit den Lehrmitteln und Materialien endemisch bis geradezu unanständig. Nach 50 Jahren wechselnder Pädagogik-Moden und Ausstattungs-Bullimie ist in Vergessenheit geraten, daß die Lernleistung wohl am wenigsten von hochpolierten Schulmöbeln, neu gefliesten Schulklos und dem Ersatz von Schultafeln durch ‚Whiteboards‘ abhängt. Und wenn’s dann wirklich irgendwo mal rein regnen sollte oder es etwas zieht, dann könnte eine Handwerks-Projektwoche Selbstwirksamkeiterlebnisse liefern. Ich sag nur: „Schulen ans Netz“.. ich habe bis heute nicht verstanden, warum eigentlich?

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      1. Avatar von Test Bild

        Es sind weniger die Spielsachen, die zur Verfügung gestellt werden und an denen jemand mindestens so prächtig verdient, wie an den Corona-Masken. Die Kritik gilt eher der Bausubstanz und Verkehrsführung, neben der Dschungelkrieg Atmosphäre. Wir sind weggezogen, ob daran etwas stimmt, weiß ich nicht.

        Aber Frankfurter Eltern sind da arg genervt. Ich weiß, dass dieses Thema wirklich mobilisiert. Und da sind 8000 Teilnehmer, ein guter Teil mit ganz anderen Themenschwerpunkt, doch eine erstaunlich geringe Zahl. Und selbst die muslimische Palästina-Solidarität bewegte sich, gerechnet auf das Rhein-Main Gebiet auf einem lächerlichen Niveau. Die Fahnen, die ich gesehen habe, waren auch eher Kurdische, also irgendwie so gar nicht Palästinensich.

        Ich prophezeie ja auch duster unangenehme Umbrüche. Aber das hier war keiner. So gar nicht.

        Und dann frage ich mich, wie es zu diesen „Plünderungen“ kommen konnte. Die Frankfurter Zeil ist ja nicht ein verwinkelter Basar aus tausendundeiner Nacht, sondern ein breite Straße, fast ein riesiger Platz mit eignen Zugängen. Entweder jemand hat sie zugelassen, oder die Frankfurter Polizei kann die Kevins nicht unter Kontrolle halten, was ich in Hinblick auf den Fußball, für unwahrscheinlich halte.

        Und dann kommt in mir der Verdacht auf, dass es da jemand nicht abwarten kann, dass meine düstere Prophezeiung in Erfüllung geht. Dass Leute wie ich sagen „siehst du, ich wusste es“. Aber so macht mir das Klugscheissen keinen Spaß. Das ist Schiebung.

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      2. Avatar von KJN
        KJN

        Ich meine man liegt mit der Klugscheißerei am ehesten richtig, wenn sie am wenigsten Spaß macht. Zumindest ist dann das eigene Wunschdenken schon subtrahiert.

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  2. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
    kryptonitetoo0a8519ce23

    Lieber Stevan,

    angesichts dessen, dass mich Herr Weber daruf aufmerksam machte, dass ich die Ehre hatte, von Frau Geipel in der taz erwähnt zu werden….

    … ich hatte hier darauf geantwortet:

    https://starke-meinungen.de/2025/10/22/meine-schwester-gesine-so-was-wie-ein-beitrag-zum-ddr-zwangsdoping/comment-page-1/#comment-109758 …

    .. angesichts dessen kommentiere ich mal hier dazu:

    Die Generation meiner Kinder ist tatsächlich mies dran. Das Aufstiegsversprechen der Wohlstandsgesellschaft ist nicht mehr erfüllbar.

    An „meiner“ Uni in Leipzig kann ich derzeit nichts von der Uni-Webseite herunterladen.

    Weil der Server runter gefahren ist. Weil Hacker die Uni-Webseite gehackt haben. Weil wiederum die Universität in der IT gnadenlos Persional einspart. Ein Mitglied des Personalrates sagte mir dazu vorgestern: „Weiß nicht, ob ich mich dazu nicht sogar freuen sollte und hoffen, dass der Senat im nächsten Haushalt nun aus Schaden klug wird.“

    Im Gegensatz zu Frankreich ist Deutschland noch immer „kreditwürdig“. Ich verstehe nicht, warum. Jedenfalls kleistert der Sozialstaat noch vieles zu. Was Frankreich bei Strafe der Herabstufung seiner „Kreditwürdigkeit“ (Das bedeutet dann höhere Zinsen bei den Staatsschulden und noch höhere Verschuldung) …

    Was Frankreich eben nicht mehr kann. Sondern sparen MUSS.

    Bin da allerdings ganz pessimistisch: Da kommen wir auch noch hin.

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    1. Avatar von Test Bild

      Es gab diesen magischen Moment, um 2000, da haben viele (besonders ich) geglaubt, man könnte sozialistische Ziele mit kapitalistischen Mitteln verwirklichen. Staatliche Aufgaben auf private Unternehmer übertragen, die sie dann billiger machen, um mit freiwerdenden Mitteln den Sozialstaat aufzubauen, der Menschen die Teilnahme an Utopia ermöglicht. Dafür haben wir staatliches Knowhow abgebaut, den Staat schlecht geredet und so haben sich nur die Schlechtesten bei ihm beworben. Im Gegenzug hat Privat den Staat als zu schlachtendes Sparschwein gesehen. Und jetzt haben wir einen schlechteren Staat, einen aufgeblähten Sozialstaat und Private, die sich nicht weniger als die Sozialhilfe an leichtes Geld gewöhnt haben.

      Es reicht nicht, Sozialleistungen zu kürzen und Arbeitszeit zu verlängern. Das Problem umfasst massiv auch den Privaten Sektor und seine Anspruchshaltung.

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      1. Avatar von kryptonitetoo0a8519ce23
        kryptonitetoo0a8519ce23

        Lieber Stevan,

        an der Uni Leipzig, so sagte mir vorige Woche ein Mitglied des Personalrates, machen die seit einem Jahr keine BackUps mehr. Kein Personal. Deshalb geht auch der „restart“ der Uni-Webseite nicht. Oder nicht bespoders zügig. Wahrscheinlich noch ein paar Wochen offline.

        Mein heutiger Seminarleiter zu „Wasser in der mittelalterlichen Stadt“ fragte, ob wir denn nun irgendwie an die Texte gekommen seien, die er auf die Uni-Seite gelegt habe.

        „Nicht? Ehm ja. Was machen wir denn da heute?“

        So was Phantsieloseses.

        „Gutes Personal“ überhaupt Personal kann auch eine Uni haben. Kann auch der Öffentliche Dienst haben.

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  3. Avatar von KJN
    KJN

    Na, vorsichtshalber wurde dann doch eher mal der Ausgang des Experiments abgewartet, bevor man loslegt..

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